Start: Phakding über Everest Ziel: Namche Bazar 3200 m
Die Nacht war fürchterlich. Ein Hund hat die kompette Nacht hindurch gebellt. Wir alle hatten schlimme Gedanken. Entsprechend müde sind wir gestartet. Und schon wieder diese Stufen, wir konnten sie nicht mehr sehen. Nach einiger Zeit wurde der Weg dann endlich ein Weg. Eine Wohltat !!! Die Karawane zog sich wie gestern schon den Berg hinauf. Es war der Wahnsinn, wieviele Menschen unterwegs waren. Ich sehnte mich nach den ruhigen ersten Tagen, an denen wir kaum jemanden begegnet sind. Ja, wir gehörten auch zu dieser Karawane. Aber wir haben uns nicht dazu gehörig gefühlt. Tashi bekam Halzschmerzen, lief aber tapfer mit. Wir überquerten zu Tashi’s Freude 4 Hängebrücken und unser Baje versuchte diese zum schwingen zu bringen. Die bekannteste ist die Hillary Brücke, nichts für Menschen mit Höhenangst. Danach ging es hoch, sehr steil hoch. Baje’s Spruch zu diesem Teil des Weges: Tag der Abrechnung. Selbst wir, die nun schon den 9.Tag unterwegs und gut akklimatisiert waren, kämpften. Immer wieder sagten wir uns ,pistare, pistare. Und dann kam der Lichtblick, der Aussichtspunkt mit dem Blick auf den Everest. Für uns alle ein sehr bewegender Moment. Die Anstrengungen waren für einen Moment vergessen. Der Berg erschien so unspektakulär und doch so erhaben. Nach einer kleinen Fotoserie gingen wir weiter. Schritt für Schritt ging es vorwärts. Ich schwor mir, nie direkt von Lulkla aus dort hinauf zu laufen. Das wäre Wahnsinn !
Aber auch hier waren wir gut in der Zeit und erreichten Namche Bazar vor der angesetzten Zeit. Und dann der Kulturschock. Wir gingen durch ein neu erbautes Tor und dahinter befand sich ein nagelneuer Kaskadenbrunnen, der sich durch die halbe Stadt zog. Was für ein Irrsinn und Luxus. Außerhalb von Namche herrscht Armut und viele Häuser sind vom Erdbeben zerstört und hier dieser Luxus. Das passte nicht. Und so ging es weiter, Neonreklame für Cocktails und Party. Souvenirs gleich wie in Thamel, Lebensmittelgeschäfte mit Haribo, Toblerone, Milka usw. Und das verrückte daran war, wir haben diese Dinge auf unserem Trekk nicht vermisst, aber hier wo es vor unserer Nase war wollten wir das alles haben. Nein ! Wir haben es uns verkniffen.
Baje kannte hier eine gute Lodge, in der er schon des öfteren abgestiegen ist. Das war der Volltreffer. Einfach, gutes Essen , guter Service, nette Leute.

Tolle Bilder und sehr lebhafte Erzählung. Es ist wirklich schön euch virtuell zu begleiten. LG Domi