Start: Thame über Thame Gompa 4000 m , “ Tal der Stille “ Ziel: Thame 3800 m
Um 6 Uhr klingelte wie jeden Morgen der Wecker. Die Nacht war sehr kalt, wir haben nur die Hosen ausgezogen, Pullis ,Shirts,Socken, Leggins hatten wir angelassen und trotzdem im Schlafsack gefroren. Und wie es manchmal so war, zog es mich trotzdem aus dem Schlafsack. Und das hatte sich gelohnt. Sonnenaufgang ! Das konnte nur ein gutes Vorzeichen für einen tollen Tag sein.
Der Weg zum Kloster ist kein leichter. Er steigt als kurzes Stück 200 Meter bergan. In Gedanken haben wir für unsere ganze Lästerei über die Namchegeher gebüßt.
Nach kurzem Anstieg konnten wir neben dem Nag Pa La den Cho Oyu, einen der 8000 der sehen. Ein grandioser Anblick.
Gebetsmühlen in verschiedenen Größen und Ausführungen säumten den Weg. Kleine Mönche kamen uns entgegen und mein Herz machte einen großen Sprung.
Die kleine Tashi Delek Lodge gab es ja doch noch und sie machte einen bewohnbaren Eindruck. Was war denn das für eine Info aus dem Dorf ? Wir traten ein und ein ganz lautes Hallo machte die Runde. Mein Vater und ich wurden von der Frau des Abtes sofort erkannt und begrüßt. Tashi Dolma wurde vom Baje als Natini vorgestellt und mit großer Freude aufgenommen.
Und hierzu die wahre Geschichte des Abts.
Der Abt des Klosters Thame war schon zum wiederholten male wiedergeboren worden. Er gehörte zu den Rotmützen und durfte deshalb heiraten. Er hatte mit seiner Frau 4 Kinder, die ich vor 15 Jahren alle kennengelernt hatte. Der Sohn lebt in Indien und wird auch zum Mönch ausgebildet, 2 Töchter leben in Kathmandu und eine Tochter mit im Kloster.
Vor 7 oder 8 Jahren verstarb der Abt des Klosters. Das wusste der Baje. Vor kurzem fand man nun einen heute 6 jährigen Jungen, der die nächste Inkarnation des Abtes ist. Das heißt also, Mutter und Tochter leben wieder mit Mann und Vater als wiedergeborenes 6 jähriges Kind zusammen im Kloster. Für mich eine nicht greifbare Geschichte. Aber vielleicht ist das genau der Grund, warum die beide Frauen so ein Glück ausstrahlen. Auf diesem Bild kann man es sehen.
Nachdem wir Tee getrunken hatten ging es dann direkt ins Kloster. Dort ließen wir Kerzen anzünden und eine kleine Zeremonie zu unserem Glück und Gelingen abhalten. Und dann stiegen Tashi, ich und unsere Jungs auf den höchsten Punkt und hängten mit der Hilfe von Amrit unsere Gebetsfahnen auf.

Hier hätte ich noch Stunden sitzen können.
Auf dem Rückweg schauten wir in der Mönchschule vorbei und sahen den wiedergeboren Abt.
Wie immer zogen gegen Mittag Wolken ins Tal und wir verließen das Kloster Thame in Richtig Nag Pa La. Auch so ein magischer Ort. Früher kamen die tibetischen Flüchtlinge über diesen Paß nach Nepal. In meinem ersten Jahr 1999 durften keine Touristen in dieses Tal, militärisches Sperrgebiet. Baje hat sich trotzdem im Morgengrauen reingeschlichen. 2001 durften wir dann offiziell in dieses von uns benannte Tal der Stille.
Heute gingen wir bis hinter die letzten Häuser des Dorfes, suchten uns eine windstille Stelle und die Jungs kochten auf unserem kleinen Kocher Tomatensuppe mit Nudeln. Das war ein großer Spaß für uns alle….und die Raben warteten schon auf eventl. Essensreste.




















